Der Realitycheck beim ersten Date

Sie haben jemanden auf einer Partnerbörse entdeckt, der Sie interessiert und der dieses Gefühl erwidert. Sie haben anregende Nachrichten ausgetauscht, miteinander gechattet und telefoniert. Jetzt wollen Sie einander treffen. Damit transferieren Sie die Online-Begegnung ins richtige Leben, in die Offline-Realität.

Sie werden ihm das erste Mal »in echt« begegnen. Das, was seit Adam und Eva stets zu Beginn einer Beziehung stand – einander mit allen Sinnen wahrnehmen – das geschieht beim Online-Dating erst in Phase zwei der Balz. Dabei nehmen Sie nicht mehr nur Aussehen, Auftreten, Gestik, Mimik und Geruch wahr. Auf einer zweiten Filmspur läuft im Hintergrund mit, was Sie schon alles wissen über Ihr Gegenüber: Was sie beruflich macht, welche Hobbys er hat, wo und wie sie wohnt, wie alt seine Kinder sind und zu welcher Musik sie abends einschläft. Sie haben mit Ihrem Gegenüber schon eine gewisse emotionale Nähe aufgebaut. Über Geschriebenes und Gesagtes. Und Sie gehen verständlicherweise mit Erwartungen in dieses Date.

Dabei kann Freude aufkommen und Erleichterung. Es kann aber auch Ärger oder Enttäuschung sein. Dann wenn die Realität Ihre Vorstellungen nicht bestätigt. Nicht jedes digitale Herzklopfen bestätigt sich im Analogen.

Um schon zu Beginn eines Dates dessen Potenzial (aus der Sicht Ihres Gegenübers) einschätzen zu können, stellen Sie als Einleitung der Unterhaltung eine Frage: »Wie lange hast du Zeit?« Bei »Lass uns mal sehen«, haben Sie einen guten Ersteindruck gemacht. »Maximal eine halbe Stunde« signalisiert eher, dass Erwartung und Realität für Ihren Gesprächspartner ziemlich auseinanderliegen. Ein sehr knappes Zeitfenster ist – außer es wurde bei der Terminvereinbarung schon besprochen – ein Signal dafür, dass der Ersteindruck nicht optimal war. Vergisst Ihr Gesprächspartner dann aber die Uhr, stehen die Chancen auf ein Wiedersehen gut. Die Frage nach der geplanten Dauer des Dates, bietet natürlich auch Ihnen die Möglichkeit, schon sehr früh zu signalisieren, dass es für Sie gar nicht stimmig ist und Sie sich bald wieder vom Acker machen werden. Das tun Sie dann aber höflich und mit Anstand. Und Sie lassen keine Zweifel daran, dass Sie an einem Wiedersehen nicht interessiert sind. Diese offenen Enden, die sich dann ergeben, wenn einer der Beiden nicht den Mumm hat, ehrlich NEIN zusagen, sind unnötig und für den, der weiter hofft schmerzhaft. Also  stehen Sie dazu: Wenns nicht passt, kann es auch nicht passend gemacht werden!

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